Sozialhaus-Genossenschaft als Alternative zur Stiftung

Sozialhaus-Genossenschaft als Alternative zur Stiftung

Wir möchten mit diesem Artikel einen Denkansatz für Mehrgenerationenhäuser verfolgen.
Wohnungsbaugenossenschaften sind in zwei Wellen entstanden; Zum Ende des 19. Jahrhunderts und in den 50er/60er Jahren des 19. Jahrhunderts. Der Bedarf an Wohnraum – auch bezahlbarem Wohnraum – war immens und es galt zu handeln. Heute ist sozialer Wohnraum wieder sehr knapp und die Mietsteigerungen in manchen Ballungszentren sind nicht bezahlbar.

Was ist ein Sozialhaus?

Man denkt zwangsläufig an den sozialen Wohnungsbau zur Schaffung bezahlbaren Wohnraumes. Allerdings ist ein Sozialhaus vielleicht auch eine neue KITA, ein Seniorenwohnheim (Betreutes Wohnen), eine Einrichtung für Behinderte oder aber ein Mehrgenerationenhaus. Die Neugründung einer Genossenschaft zur Projektierung eines Mehrgenerationenhauses ist im regionalen, kleinen Kontext schon heute Realität.

Projekt: Mehrgenerationenhaus mit KITA

Gehen wir einmal davon aus, wir wären eine Gruppe von 8 Personen und möchten uns ein Mehrgenerationenhaus mit angeschlossener KITA bauen. Es wird diskutiert, wie man das rechtlich aufbaut und wie man Kapital für den Bau organisieren kann. Manch einer schlägt einen Verein vor, andere eine Stiftung und wieder andere regen die Gründung einer Genossenschaft an.

Welchen Vorteil bieten Genossenschaften?

Genossenschaften bieten einen sicheren Rechtsrahmen kombiniert mit der Möglichkeit Überschüsse an die Mitglieder auszuschütten. Des Weiteren kann der Förderzweck für die Mitglieder individuell vereinbart werden, zum Beispiel ein lebenslanges Wohnrecht. Darüber hinaus können Genossenschaften nach § 8 des Genossenschaftsgesetzes auch sogenannte investierende Mitglieder aufnehmen, um zusätzliches Kapital für das Projekt zu organisieren. Die Mitgliederversammlung wählt den Vorstand – denn es ist wichtig ein Entscheidungsgremium und eine Vertretung nach außen zu haben (Bankengespräche, Behördengänge, Beschaffung von Fördermitteln etc)

Warum keine Stiftung oder ein eingetragener Verein?

Lebensräume wie Mehrgenerationenhäuser leben von der aktiven Tatkraft ihrer Bewohner. Das Haus wird cirka eine Lebenserwartung von 130 Jahren haben und daher cirka 3 Generationen beherbergen. Der Verein scheidet aufgrund der mangelnden Kapitalbeschaffungsfähigkeit aus – ein großes Projekt kostet einige Millionen und keine Bank gewährt einem Verein ausreichende Bankdarlehen ohne Eigenkapital – dieses hat der Verein nicht so ohne weiteres. Die Stiftung ist mit dem Stiftungskapital dort schon attraktiver – allerdings ist das operative Miteinander sowie neue Mitbewohner und deren Integration in die Stiftung sehr, sehr bürokratisch.

Fazit

Die Genossenschaft als Rechtsform eignet sich hervorragend für den Betrieb von Mehrgenerationenhäusern, KITAs, Behindertenwohnungen sowie Pflegewohnheime und Betreutes Wohnen. Nicht nur die Kapitalbeschaffung ist einfach, sondern auch die Organisation und Durchführung des Generationswechsels ist eindeutig geregelt.


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