Sind Genossenschaften die besseren Aktiengesellschaften?

Sind Genossenschaften die besseren Aktiengesellschaften?

Im Jahr 2012 war das Jahr der Genossenschaften und es wurde sehr viel über diese starke Unternehmensform in den Medien berichtet; ein Jahr der Aktiengesellschaften gab es nicht. Leider nicht berichtet wurde über ein winziges Detail, welches aber im direkten Vergleich die Genossenschaften von den Aktiengesellschaften unterscheidet.

Genossenschaften sind Wirtschaftsunternehmen mit Förderzweck

Jede Genossenschaft wird von einem genossenschaftlichen Prüfungsverband kontrolliert und jährlich geprüft. Hauptaugenmerk ist neben der kaufmännisch ausgerichteten Prüfung auch die Einhaltung des Förderzwecks. Denn Genossenschaften müssen gesetzlich vorgeschrieben einen bestimmten Förderzweck für die Mitglieder erfüllen. Gibt es diesen Förderzweck nicht mehr oder verstößt die Genossenschaft gegen diesen – so kann dies auch zur Schließung der Genossenschaft führen.

Wohnungsbaugenossenschaften sind stabil

Wohnungsbaugenossenschaften besitzen ca. 10% aller Wohnungen in Deutschland. Alle Wohnungsgenossenschaften und Bauvereine zusammen sind der größte Eigentümer von Wohnraum in Deutschland. Herausforderung der Wohnungsbaugenossenschaften ist es neuen Wohnraum zu schaffen und gleichzeitig den Bestand zu sanieren und auf aktuellem Stand zu halten. Genossenschaften schaffen das! Im Gegensatz zu Aktiengesellschaften, welche in Wohnungsbestände investiert haben – hier hörte man von nicht sanierten Wohnblöcken und gierigen Investoren – die nur die Gewinnmaximierung und nicht die Sanierung anstrebten.

Genossenschaftsbanken wirtschaften nachhaltig

Versetzen wir uns in die Lage eines internationalen Bankhauses, welches eine Rendite von 25% auf das Eigenkapital erwirtschaften muss. Versetzen wir uns nun in die Lage einer Genossenschaftsbank, welche in der Regel eine Dividende von 7% an die Mitglieder ausschüttet und darüber hinaus noch Rücklagen bilden kann. Der Unterschied ist gravierend: Genossenschaftsbanken erwirtschaften Ihre Erlöse vorwiegend im Privatkundengeschäft und vergeben Kredite an regionale Unternehmen. Hier werden sehr stabile Erträge erwirtschaftet. Muss man allerdings hohe Renditeerwartungen von Aktionären erfüllen, so ist man gezwungen risikoreichere Geschäfte zu betreiben, wie z. B. internationale Finanzwetten.

Genossenschaften als Zukunftsmodell?

Wem sollte man nun eher Vertrauen schenken – einer Gruppe von internationalen Investoren einer Aktiengesellschaft oder aber investierenden Mitgliedern in Genossenschaften? Betrachtet man das Generationenprinzip von Genossenschaften, so erfährt man, dass es keine Spekulation auf einen Genossenschaftsanteil geben kann. Der Mitgliedsanteil wird nicht mehr wert; investiert man 1.000€ so erhält man auch nur 1.000€ nach Kündigung oder Tod zurück. Dies ist der zentrale Unterschied zu Aktiengesellschaften! Genossenschaften können also gar nicht zu spekulativem Handeln durch Mitglieder gezwungen werden, weil es nur um Nachhaltigkeit und den Förderzweck geht und nicht um die Vermehrung des Anteilswertes.

Nachhaltigkeit als Antwort für die Zukunft

In Zukunft wird es vielleicht nicht mehr um Wachstum und immer effizienteres wirtschaften gehen. Vielleicht geht es einfach um Nachhaltigkeit des Handelns und dabei ist es nicht erforderlich den Umsatz jedes Jahr zu steigern, wenn man doch eine ordentliche Dividende zahlen kann und sogar noch Rücklagen für zukünftige Herausforderungen bilden kann.


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