Nachschusspflicht bei Genossenschaften

Nachschusspflicht bei Genossenschaften

Wer sich entschließt, sich aktiv an einer Genossenschaft zu beteiligen, der sollte einmal von der sogenannten Nachschusspflicht gehört haben. Denn in dieser ist geregelt welche Nachschüsse ein Mitglied in einer Genossenschaft zu leisten hat, sollte die Genossenschaft zahlungsunfähig sein bzw. Insolvenz anmelden. Kurz gesagt, regelt dieser Passus der Satzung, ob ein Mitglied Geld in die Genossenschaft einzahlen muss, sofern nicht alle Forderungen und Verbindlichkeiten der Gläubiger begleichen werden können.

Wo ist die Nachschusspflicht bei Ihrer Genossenschaft geregelt?

Alle Regelungen zur Nachschusspflicht einer Genossenschaft stehen in der jeweiligen Satzung. Hierbei ist es der Genossenschaft überlassen eine Limitierung für den Nachschuss je Mitglied zu definieren, bzw. eine unbegrenzte Nachschusspflicht auszusprechen. Sollte die Nachschusspflicht nicht explizit in der Satzung ausgeschlossen sein, greift der § 105 “Nachschusspflicht der Mitglieder” des aktuellen Genossenschaftsgesetzes. Hier ist geregelt, wann die Nachschusspflicht greift und welchen Kriterien erfüllt sein müssen. Des Weiteren spricht man im §105 von einer unbegrenzten Nachschusspflicht. Das bedeutet, dass die Höhe der zu zahlenden Verbindlichkeiten von allen Mitgliedern zu gleichen Teilen geleistet werden müssen.

Risiken bei der Nachschusspflicht

Da die Höhe des nachzuschießenden Kapitals nicht nur von der Anzahl der Mitglieder wie auch der Höhe der Verschuldung abhängt, sondern auch von den Rücklagen der Genossenschaft lässt die die Höhe und das Risiko bei Beitritt einer Genossenschaft nur schwer ermitteln. Hinzu kommt, dass im §105 GenoG Abs. 3 geregelt ist, dass sofern einzelne Mitglieder nicht in der Lage sind, die Nachschusspflicht zu leisten sich deren Anteil auf alle weiteren Mitglieder verteilt. Dies könnte dazu führen das die Nachschussleistung die eingeplante Risikorücklage auf einen Schlag überschreitet.

Fazit

Achten Sie immer auf auch die Regelungen zur Nachschusspflicht innerhalb der Satzung. Werden Sie misstrauisch, sofern dies in keiner Form erwähnt wird bzw. diese nicht auf die Bedürfnisse der Genossenschaft angepasst worden ist. Zur Risikominimierung sollten Sie ausschließlich in Genossenschaften mit limitierter Nachschusspflicht investieren oder sich generell an Genossenschaften halten welche die Nachschusspflicht komplett in Ihrer Satzung ausschließen.


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