Genossenschaftsanteile verkaufen statt kündigen?

Genossenschaftsanteile verkaufen statt kündigen?

Egal ob es aus Gründen der Liquidität oder mangelndem Vertrauen an der eigenen Genossenschaft liegen mag; ist es möglich Genossenschaftsanteile zu verkaufen?
Es gibt viele Gründe welche Menschen dazu veranlassen könnte, sich von ihren langjährig gepflegten
Genossenschaftsanteilen zu trennen und einer Genossenschaft den Rücken zu kehren.

Lange Kündigungsfristen

Wer sich heutzutage entschließt in eine Genossenschaft einzutreten, der akzeptiert,
dass seine Investition langfristiger Natur ist und nicht von heute auf morgen wieder abgestoßen werden kann, wie es bei einer Aktie möglich ist. Denn mit dem Beitritt verpflichtet sich das Mitglied auch die allgemeinen Kündigungsfristen, welche die Genossenschaft in der Satzung definiert hat, als verbindlich zu akzeptieren.

Spätestens jetzt steht man vielleicht vor einem Dilemma, denn grade diejenigen die Ihre Anteile aus wirtschaftlichen Gründen kündigen müssen, möchten sich nicht mit den langen Kündigungsfristen auseinandersetzen.

Gehen Sie davon aus, Sie kündigen heute am 20.08.2013 ihren Anteil bei der Muster eG, so wird diese erst zum Ende des Jahres berücksichtigt werden. Das wiederum hat zur Folge, dass erst ab dem 31.12.2013 die 1 Jährige Kündigungsfrist greift, welche dazu führt, dass zum 01.01.2014 das eingezahlte Geld wieder auf Ihrem Konto verfügbar sein wird. Desweitern sollte gesagt sein, dass eine Kündigungsfrist von einem Jahr sogar noch der beste Fall wäre, da viele Genossenschaften Kündigungsfristen von 2 bis 5 Jahren haben.

Die Alternative zur Kündigung ist die Übertragung

Wer nicht solange auf sein Geld warten möchte, dem bleibt nur noch eine Alternative. Denn im Genossenschaftsgesetz §76 „Übertragung des Geschäftsguthabens” ist geregelt, dass ein Mitglied jederzeit seine Genossenschaftsanteile an ein anderes Mitglied bzw. an eine andere Person übertragen (verkaufen) kann, welches bereits Mitglied ist oder werden möchte.

Was ist bei einer Übertragung des Geschäftsguthabens zu beachten ist ?

  1. Als erstes wäre darauf hinzuweisen, dass jede Genossenschaft die Art der “Übertragung” unterschiedlich regeln und begrenzen kann. Somit sollte immer ein erster Blick in die Satzung erfolgen. Ist dort nichts Explizites vermerkt, greift der §76 GenoG.
  2. Bevor eine Übertragung der Genossenschaftsanteile auf ein anderes Mitglied, bzw. auf eine andere Person möglich wird, muss der Vorstand der Genossenschaft zustimmen. Damit dies auch geschehen kann muss der Antrag zwingend schriftlich erfolgen. Jeweilige Fristen sollten hierbei gewahrt bleiben.
  3. Sollten Sie alle Anteile verkaufen wollen, bedenken Sie, dass dadurch das Genossenschaftsverhältnis endet und gewährte Leistungen, wie zum Beispiel das Wohnrecht bei einer Wohnungsbaugenossenschaft bzw. Rabatte bei Einkaufsgenossenschaften, verfallen.
  4. Sollten Sie nur einen Teil der Genossenschaftsanteile verkaufen wollen so darf die am Ende zu haltende Mindestanzahl die Vorgaben der Genossenschaft nicht unterschreiten. Gleiches gilt auch für die Person welche die Anteile erwirbt. Ein Verstoß gegen einen der beiden Punkte würde automatisch zur Ablehnung des Antrages führen.

Fazit

Der Verkauf von Genossenschaftsanteilen stellt eine gute Alternative zum Kündigen der Anteil dar, sofern die Einlagen schnellstens benötigt werden. Zudem profitieren alle Parteien, da die Genossenschaft kein Mitglied verliert, der Käufer noch im selben Jahr dividendenberechtigt ist und der Verkäufer die Kündigungsfrist umgeht und schneller sein Einlagen zurückerhält.




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